Alle Verleger-Augen richten sich auf Köln, auf XTRA

Alle Verleger-Augen richten sich auf Köln, auf XTRA

Alle Verleger-Augen richten sich auf Köln. Warum auf Köln? Weil dort eine neue Tageszeitung auf den Markt gebracht wurde. XTRA, ein Ableger des Kölner Express, somit aus dem Hause DuMont Schauberg.

Was ist daran so neu? XTRA versucht eine verloren gegangene Zielgruppe wieder zum Lesen zu bewegen: Die Zielgruppe der 18 bis 39 Jährigen. Das ist, nach meiner Recherche, seit langem der erste Versuch und ich sage nur: Gut so!

Was mir gut gefällt ist, die Herausgeber haben sich zum ersten Mal eine klare Zielgruppe definiert. 18 bis 39 Jahre. Der Auflagen- bzw. Leserschwund in der Zielgruppe 18 bis 39 war in den letzten Jahren schmerzhaft sichtbar geworden. Alle anderen Tageszeitungen versuchen mehr oder weniger mit ihrem Konzept alle Altersgruppen abzudecken.

Schon 2006 bei meinem Projekt beim Bauer-Verlag lauteten die Aussagen einiger Analysen: Unter 30-Jährige lesen keine Programmies oder Tageszeitungen mehr. Diese Erkenntnis ist somit schon etwas älter.

Und jetzt, 8 Jahre später, das Jahr 2014 ist fast zu Ende, nimmt ein Verlag sein Herz in die Hand und probiert es. In den ersten beiden Ausgaben, die ich mal analysierte, waren immerhin jeweils kumuliert knapp 3 Seiten Anzeigen drin.

Die Fakten:

Das Heft wird in 40.000-er Auflage im Tabloid-Format an vielen Kiosken und Straßenverkaufsstellen verbreitet. Der EV-Preis ist 0,50 Euro. Start der Verbreitung ist ab 15:30 Uhr von Montag bis Freitag im Stadtgebiet Köln. Der Inhalt fokussiert sich sehr stark auf die Stadt, deren Veranstaltungen, Shopping, speziell Mode und Sport.

Ob das so bleibt ist unwichtig, das wird der Verlag sicher adaptieren. Die Redakteure sind wohl auch die jüngeren Mitarbeiter im Haus. Die Ausgabe vom Vortag ist auf der Webseite zum Download frei.

Begleitend wird die Kommunikation und Response-Möglichkeit über Facebook, Twitter und Instagram.

Mein erstes Fazit:

Ich finde diesen Schritt mutig und toll. Denn nur, wer sich auf Zielgruppen ausrichtet, wird langfristig erfolgreich und rentabel sein. „Nicht allen alles“ lautet das Motto. Das Blatt hat zwar etwas von der Anmutung einer Bravo. Aber es muss mir nicht gefallen, sondern der Zielgruppe. Und die ersten Reaktionen zeigen, dass darüber geschrieben wird. Nicht nur von den Lesern, vor allem von den Konkurrenten. Und das ist das höchste Lob.

There are 2 comments for this article
    • GeorgBlum at 11:37

      Sehr geehrter Herr Heider,

      Danke für Ihren Kommentar.

      Ich gehe mal schwer davon aus, dass z.B. so ein Verlag für dieses Blatt recyceltes Papier verwendet und kein oder wenig Bäume dafür gefällt werden mussten.

      Ob der Download ausreicht, bleibt abzuwarten. Das ist sicher erst einmal das Ziel im 2. Schritt.

      Es gibt jedoch genügend andere Probleme, die unsere Gesellschaft dringender lösen müßte.
      Gruß

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