Gleichmacherei bei Preisen? Preisdifferenzierung ist ein Instrument der Kundenbindung

Gleichmacherei bei Preisen? Preisdifferenzierung ist ein Instrument der Kundenbindung

In einem Beitrag der Stuttgarter Zeitung vom 02.11.2014 ist zu lesen, dass sich in Frankreich eine Protestgruppe von Frauen gebildet hat. Grund sind unterschiedliche Preise für Produkte, die in ähnlicher Weise für den Mann und die Frau verwendet werden können.

Ein Beispiel ist der Einwegrasierer. 10 Stück für Männer kosten ca. 1,79 Euro, 5 Stück für Frauen kosten 1,90 Euro. Klarer Fall von Geschlechter-Ungleichbehandlung.

Nur wo führt das hin, wenn alles, was auf den ersten Anblick vergleichbar ist, nur einen Preis haben darf. Das wäre die Sozialisierung der Preise und damit der Wirtschaft. Konsequenz: nicht auszudenken.

Schon immer gab es unterschiedliche Preise für ein und dieselbe Leistung oder Produkt(e). Je nach Zeitpunkt, Angebots- oder Nachfragedruck.

Ich lehne einen Eingriff in die Preisgestaltung von Dienstleistungen oder Produkten generell ab, es sei denn wir haben Anbieter mit Markt-beherrschender Stellung. Nur dann, und nur dann, sollte der Staat beobachten, ob Macht-Missbrauch vorliegt. An den wenigen Beispielen von Strom oder Benzin sieht man, wie schwer das für den Staat ist.

Wobei ich auch den Staat dazu auffordere, durch die Nutzung des Kartellrechts, es gar nicht soweit kommen zu lassen, dass Marktbeherrschung eintritt. Doch, und damit der letzte Satz dazu, hat man vor 30 Jahren mit dem Beginn laufender Ausnahmegenehmigungen durch den Wirtschaftsministers bei Fusionsanfragen schon das Scheunentor für Missverhältnisse geöffnet.

Eine unterschiedliche Preisgestaltung ist ein wichtiges Instrument zur Differenzierung.

Kurz vor Jahresende geben Softwarehersteller noch mal kräftig Rabatte, damit der Abchluss das Jahresergebnis versüßt. Vor Weihnachten kostet der Schokonikolaus 2 Euro, danach max. noch die Hälfte.
Langjährige Kunden bekommen zum Standardprodukt noch kostenlose Dienstleistungen oder 5% Überlieferung. Neukunden bekommen einen Rabatt als Einstiegsdroge, Kündiger erhalten auf einmal andere Konditionen.

Den „Preis“ dürfen wir als Gestaltungselement nicht einfach so aufgeben, die Reglementierungen Im Datenschutz und Wettbewerbsregelungen sind schon weit überzogen. Dieser weitere Eingriff wäre nun eine nicht zu akzeptierende Eingriff.

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