IKEA lästert über die digitale Bohème

Wer heute noch Kataloge produziert, und das in Auflagen von 200 Mio. Stück, der gilt als konservativ, vom „alten Schlag“ oder „einer, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat“. Kurzum, als Verweigerer der Digitalisierung.

Nur das Magazin adweek  (September 3, 2014, 9:31 AM EDT) schreibt folgendes:

„Is print really dying? Not according to Ikea, which has good reason to still believe in dead trees. After all, the company prints around 200 million copies of its catalog every year in 27 languages for 38 countries. That’s more than twice the number of bibles produced in a given year.

But is a print catalog too low-fi for the high-tech age? Again, not according to Ikea, which just rolled out this amusing promo for the 2015 catalog, slyly suggesting that print is actually a wondrous technology that equals—nah, exceeds—the power of digital media.“

Ganz und gar nicht altbacken, sondern witzig und spritzig nimmt IKEA das „Neuland“ auf die Schippe. Sehr nett und auch mit einem klaren Hintergrund. Wenn der Katalog mal draußen ist, dann purzeln die Umsätze gewaltig. Ob über Bestellkarte, Telefon, Einkauf im Laden oder im Webshop, das ist IKEA egal.

Jetzt kann man die Anbieter von „Halbfertigem“ (wie IKEA in eingeschworenen Fankreisen auch genannt wird), „Ausbeuter der Billigproduzenten“ und „wenig Nachhaltigem“ gut finden oder auch nicht. Neutral, und aus Sicht einer Multi-Channel-Kampagne ist diese Kampagne sehr gut.

Die Idee, ein Video des klassischen Katalogs als „Blätter-Katalog“ zu drehen führt in Kreisen der digitalen Bohème zu Begeisterungsausbrüchen und einem Video-Virus auf den Plattformen.

Also alles richtig gemacht. Die alte und die neue Welt perfekt kombiniert, eine Prise Spaß dazu. Und viel kostenlose Werbung bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.