Neu entstehende Berufsfelder: Der Community Manager

Florian Stöhr ist Community Manager bei stayblue. 396 regionalen Online-Communitys mit mehr als einer halben Millionen Nutzern bilden das Netzwerk. Auf den Seiten werden die Mitglieder über ihre Stadt informiert und tauschen sich gegenseitig aus. Stöhr betreut vor allem die Community, kümmert sich aber auch um die Technik.

Seine Aufgabengebiete sind unter anderem das Beobachten der Plattformen, das Löschen von Beiträgen, die andere Mitglieder beleidigen oder belästigen und das Schlichten von Streit. Das emotionale Einbinden in eine solche Gemeinschaft geht teilweise soweit, dass in Ausnahmefällen sogar Nutzer ihren Selbstmord ankündigen. „Wenn wir das Gefühl haben, dass jemand wirklich lebensmüde ist, melden wir das der Polizei. Das ist aber immer schwer zu beurteilen.“, so Stöhr laut Sonntag Aktuell vom 14. November 2010.

Es werden täglich über 600 000 Gästebucheinträge und 140 000 private Nachrichten geschrieben. Dies ist eine Menge, die Stöhr weder überwachen kann, noch will. Er setzt auf die Hilfe der Mitglieder. Es muss eine Grenze gezogen werden. Man sollte es sich nicht anmaßen Seelsorger oder gar Lebensberater für andere zu sein, sondern vielmehr „nur“ das Gesicht der Community nach außen. Es kommt aber auch mal vor, dass manch ein Community Manager durchaus hunderte Kilometer weit fährt, um Mitglieder zu treffen.

Es gibt derzeit für diesen recht jungen Beruf weder eine Ausbildung noch geregelte Standards, lediglich viele verschiedene Seminare. Quereinsteiger bilden die Mehrheit der Community Manager, welche nach und nach in ihre Aufgaben hinein wachsen. Die meisten Community Manager sind Quereinsteiger, die allmählich in ihre Aufgaben hinein wachsen. Ein einheitliches Berufsbild ist dahingehend schwer zu generieren, denn jede Community ist anders. Es ist aber nötig, dass zumindest Rahmenbedingungen geschaffen und definiert werden.

Immer mehr Unternehmen stellen Community Manager ein, aufgrund dessen ist eine Professionalisierung des Berufes umso wichtiger. Oft wird im Rahmen dessen aber auch nach Content Manager oder Social Media Managern gesucht. Jeder Arbeitgeber versteht etwas anderes unter dem Beruf und definiert ihn entsprechend verschieden. Der inhaltliche Aufbau von Internetauftritten und die technische Betreuung unterliegt dem Content Management. Sie kümmern sie sich demnach weniger um die Community an sich. Social Media Manager wiederum verknüpfen Unternehmen mit Sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Twitter oder Facebook.

Der Bundesverband Communitymanagement e.V. (BVCM) diskutiert nun mit der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg über die Professionalisierung dieses Berufsfeldes. Diese hat ihr Stellenprofil bereits um den Community Manager erweitert. Bisher geht man von mehreren Tausend in Deutschland aus, lediglich eine Hand voll kann man davon jedoch als Profis bezeichnen. Verstärkt drängen heute Psychologen, Geisteswissenschaftler und Marketingexperten in die Welt der Communitys vor. Es sind also vor allem Menschen, die sich mit Kommunikation auskennen.

Der Beruf ist jedoch keiner, bei dem man nach acht Stunden Arbeit den PC herunter fährt und nach Hause geht, denn eine Community schläft leider nie.

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