Mass-Customization – eine alte Idee als neue Chance für Print-Titel?

Mass-Customization – eine alte Idee als neue Chance für Print-Titel?

Diese Idee schlummert schon seit Jahren in meinem Kopf und ich frage mich immer wieder, warum macht das keiner. Vielleicht gibt es das ja schon, aber ich kenne es noch nicht: Mass Customization im Print-Titel. Kennen Sie das? Es wird immer wieder diskutiert, aber keiner versucht es.

Online ist das völlig normal. Werbung wird nach Click-Verhalten individuell zugespielt, Angebote und Content wird nach Interessen oder Kauf-Historien den Wünschen entsprechend personalisiert. wieso und warum findet das im Print-Titel nicht statt.

Warum soll ich pro Jahr für ein Abo z.B.  100 Euro zahlen, wenn ich doch nur 25 % „sehr interessant“ und ca. 25 % des Inhalts „halbwegs interessant“ finde.  D.h. ich habe am Jahresende das Gefühl: 50 Euro zu viel bezahlt. Konsequenz: Kündigung.

Ein kleiner Exkurs: Als ich bei Yves Rocher tätig war von 1990 bis 1998) starteten wird im Jahre 1995 mit den ersten Versuchen der Individualisierung und Personalisierung. Im Print-Werbe-Bereich ist inzwischen eine Perfektion eingetreten. TESCO oder Payback individualisieren Millionenauflagen von Mailings. Eine Aussendung von 10 Mio. Mailings haben 8 Mio. unterschiedliche Versionen. Denn jeder Kunde ist anders. Der eine bekommt mehr Rabatt als der andere. Die eine Kundin eine andere Zugabe als deren Nachbarin. Komisch, oder?

Nur die Zeitungen und Zeitschriften sind immer gleichen Inhalts. Sie und ihr Nachbar schlagen vorne das Inhaltsverzeichnis auf und stellen fest: Wir haben beide den gleichen Inhalt. Obwohl der eine mehr an Sport, der andere mehr an Politik interessiert ist. Die Ehefrau ruft dazu: Ich lese lieber im Feuilleton als im Sport.

Also: Warum schafft es ein Verlag nicht die Interessen abzufragen? Online kennt er sie oft schon. Und macht daraus eine individuelle Zeitschrift bzw. Zeitung. Bei Auflagen von 50.000 bis 300.000 im Schnitt, sind wir von den o.a. Millionen-Auflagen noch weit entfernt. Der Druck bzw. Druckdauer selbst ist meist sowieso nicht das Problem. Sondern die Individualisierung/Personalisierung muss vorher drucktechnisch aufbereitet werden. Das Argument, das geht nicht, glaube ich nicht. Die Technik schafft es Online auch. Also, wo ist das Problem? In den Köpfen?

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